Rarotonga Erfahrungsbericht

Wie stellt man sich die Südsee vor? Türkisfarbenes Wasser und Sonnenschein. Weiße Strände mit Palmen, die Schatten und leckere Kokosnüsse spenden. Obst, so saftig, groß und bunt, wie man es in Deutschland niemals findet. Und Blumen.. ganz viele Blumen, am Straßenrand, auf dem Markt, als Kranz gebunden oder einfach so ins Haar gesteckt.

Ich bin mittags, an meinem 25. Geburtstag, von Auckland, Neuseeland losgeflogen. Normalerweise ein gerechtfertigter Grund für einen kleinen Nervenzusammenbruch (Das Alter, nicht der Flug). 25.. Oh mein Gott, wie konnte das passieren und dann auch noch so schnell? Aber diesmal war alles anders. Ich überflog die Datumsgrenze und dies bringt eine, im Preis mit inbegriffene, radikale Verjüngungskur mit sich. Eigentlich unbezahlbar, denn als ich landete, war ich wieder junge und dynamische 24. Ich merkte regelrecht wie meine Beweglichkeit zurück kam und mein Rücken tat auch nicht mehr weh. (Manche würden sagen, dass liegt daran, dass wir endlich aus dem ungemütlichen Flugzeug aussteigen konnten.. die haben alle keine Ahnung!)

Ja, sowas kann die Südsee, ich war begeistert!!

Da war ich also, auf Rarotonga, der größten der 15 Cookinseln.

Rarotonga gilt noch als echter Geheimtipp des Südpazifiks. Während man sich die bekannteren Destinationen, wie zum Beispiel Bora Bora, als normaler Mensch kaum leisten kann, gibt es auf der Cookinsel eine große Auswahl an Unterkünften, bei der garantiert jeder etwas für seinen Geldbeutel findet.

Dank des nahezu geschlossenen Riffs, ist Rarotonga mit einer Lagune gesegnet, die jeden Südseetraum wahr werden lässt.

Nach einem kurzen Flughafentransfer, (der allerdings stolze $20 NZD kostet) kam ich im Tianas Beach Villas an - eine kleine Anlage, mit mehreren Strandbungalows.

Mit Strandbungalow meine ich direkte Strandfront, nicht wie es manchmal versprochen wird und man muss  dann trotzdem erst eine stark befahrene Straße überqueren, um ans Wasser zu gelangen.

Die „Tianas Beach Villas“ liegen direkt am Muri Beach, dem schönsten Strand der Insel. Die Unterkünfte sind zwar nicht mehr die Neusten, aber das war egal, gemütlich waren sie allemal. Viel wichtiger sind Lage und Aussicht (selbst vom Bett aus) auf den Strand - einfach herrlich.

Zur Begrüßung gab es noch einen riesigen Obst Korb aufs Zimmer, bestückt mit Sternfrüchten, Mangos, Papaya und Avocados. Und wenn ich Avocado sage, meine ich nicht diese Miniaturdinger, die wir aus Deutschland kennen. Nein, ich meine Avocados mit einer geschätzten Körbchengröße D! Rarotonga aka das Gucamole Traumland. Ja, das ist das richtige Stückchen Erde für mich!

 

Der erste Morgen beginnt mit einem gigantischen Obstsalat und einer wichtigen Erkenntnis: Ich kann dem Älter werden nicht entkommen!

Schon wieder Geburtstag!! Und diesmal werden die 25 bleiben. Naja, was kann man schon sagen, wenn man in Rarotonga aufwacht und man sein zweites Geburtstagsfrühstück mit Blick auf die Südsee zelebriert.

Muri Beach nicht umsonst so hochgelobt!

Ich bin ziemlich anspruchsvoll, wenn es darum geht, einen wirklich schönen Strand zu finden. Ihr könnt also meine ehrliche Meinung erwarten. Die Sandfarbe von Muri geht von Pfirsichfarben über in ein helles Gold, es muss also nicht immer schneeweiß sein um ins Bild zu passen, das wird mir erst hier richtig bewusst. Es gibt überall genügend Palmen und Bäume am Strand, so dass man auf jeden Fall einen Schattenplatz findet. Dies ist sehr wichtig, da die Sonne sehr stark ist.

So stark, dass man sofort auf relaxten Inselmodus runter schaltet. Das bedeutet, die Reaktionsfähigkeit fällt drastisch auf das Überlebensminium, die Schrittanzahl pro Minute reduziert sich dramatisch, so dass nicht mehr viel fehlt und man einfach ganz stehen bleibt (was dann auch des Öfteren passiert).


Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es Abschnitte an diesem Strand gibt, die etwas steinig und grobkörniger sind.

 

Das Wasser: Herrlich klar, warm und sauber - ein Traum! Es gibt viele Stellen, in denen man baden kann ohne den Korallen ausweichen zu müssen. Das Wasser ist relativ flach aber dennoch tief genug um schwimmen und sich somit komplett abkühlen zu können.

 

Schon immer mal ein Haustier gewünscht? Ein Hund soll es sein? Kein Problem. Hier kann man schon mal üben! Wenn man am Muri Beach spazieren geht, gesellen sich fast immer ein oder zwei (oder drei..) Hunde mit dazu. Gassi gehen macht in Gesellschaft eben doppelt so viel Spaß (oder schwimmen, oder selbst sogar Kajak fahren (kein Witz, die Hunde setzten sich manchmal einfach mit rein)).

Diese Hunde sind keine herrenlose Strandhunde, die kurz vorm verhungern sind. Nein, diese haben in der Regel Halsbänder um und gehören irgendeinem Cook Islander, der am Strand wohnt. Sie sind gepflegt, sauber und laufen sogar fast die ganze Zeit Beifuß.

Den Hunden hier geht es richtig gut und es macht enorm Spaß ihnen beim glücklich sein zuzuschauen.

 

Das sind aber nicht die einzigen Tiere, denen es erlaubt ist, frei herumzulaufen. Unzählige Hühner rennen hier kreuz und quer durch die Gegend und morgens wird man mit einem lauten Kikeriki geweckt.

 

Wenn man in Muri wohnt, gibt es einige kleine Einkaufslädchen, die man zu Fuß erreichen kann. Hier findet man alle Grundnahrungsmittel, sogar Sojamilch. Man kann aber auch zu einem der vielen kleinen Straßenstände gehen, an denen es leckeres und frisch geerntetes Obst und Gemüse der Insel gibt. (1 Mango kostet hier umgerechnet 60 Cent!)

So viel zu Muri, lasst uns die andern Ecken der Insel erkunden. Um dies zu tun, gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder man nimmt einen der 2 Busse, die stündlich „Clockwise“ oder „Anticlockwise“ um die Insel fahren (so sind die Busse übrigens auch gekennzeichnet). Oder man mietet sich einen Roller und erkundet die Insel auf eigene Faust. Unbedingt einen oder 2 volle Tage dafür einplanen. Es kann nämlich gut aus sein, dass man einfach an einem Platz hängen bleibt, weil es einem so gut gefällt.Zu empfehlen ist auch mal durch das ein oder andere Hotel zu gehen, um zu gucken, an welchem Strand diese gelegen sind. Toll fand ich den Strandabschnitt vom Little Polynesian Resort, zückt schon mal die Kameras, hier entstehen Fotos zum neidisch machen! Das Wort „kristallklar“ wurde wohl in der Lagune vom The Rarotongan Beach Resort & Spa erfunden. Dieses Resort ist für Familien mit Kindern zu empfehlen, aber allein schon der Blick vom Resort eigenen Restaurant über das sensationell türkisfarbene Wasser ist lohnenswert. Nach dem man hier einen Smoothie getrunken hat, geht man eine Runde mit den vielen Fischen schwimmen.Keine Unterwasserkamera dabei? No problem, das Wasser ist so klar, dass ein Foto von oben so aussieht als wäre es unter Wasser aufgenommen worden. Und da habt ihr sie wieder, die absolut schönen Fotos, bei denen Eure Freunde zu Hause garantiertes Fernweh bekommen.

Was man sonst auf Rarotonga macht:

 

Eine Runde schnorcheln oder mit dem Kajak raus paddeln bietet sich in Muri, aber auch gegenüber vom Shop „Fruits of Rarotonga“ aus an. Im letzteren ist das Schnorchel Equipment auch nicht so teuer.

 

Die Tanzshow mit Abendessen im „Te Vara Nui Cultural Village“ ist besonders empfehlenswert. Das Buffet ist für jegliche Diäten und Essensvorlieben konzipiert. Es wird von für jedes Gericht Kokosnuss Cream verwendet anstatt Kuhmilchsahne. Dazu bestellt man einen leckeren Piña Colada Cocktail und genießt danach die beeindruckende, traditionelle Tanzshow.

Der sogenannte Wasserfall der Insel lohnt sich aber überhaupt nicht, das einzige, was hier fällt, sind Moskitos und zwar über einen her. Den Weg spart man sich lieber.

 

Die Tage vergehen an einem Ort wie diesem rasend schnell. Alle Faktoren (traumhafte Strände,  das Klima, die Freundlichkeit der Menschen, mein Strand Bunglow, die Hunde und das Obst!!) in eine große Schüssel geworfen und zusammen vermischt, ergeben einen so unschlagbaren Urlaub, dass sich die lange Anreise definitiv lohnt.

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Kommentare: 5
  • #1

    Carolin (Dienstag, 10 Februar 2015 14:18)

    Jetzt weiß ich, wo ich den nächsten Winter verbringen werde.
    Da führt kein Weg an der Kokosnuss vorbei.
    Danke für die tolle Beschreibung einer wunderbaren Insel.

  • #2

    Joan (Dienstag, 10 Februar 2015 17:30)

    Interessant und erfrischend beschrieben . Das weckt Sehnsucht dort auch Urlaub zu machen . Die vielen Tipps sind wertvoll . Bin sehr gespannt was da alles noch an Blogs auf uns zukommt ! Danke ! Joan .

  • #3

    Heide und Paul-Dieter (Mittwoch, 11 Februar 2015 02:49)

    Das macht neugierig, sehr schön beschrieben, tolle Bilder, tolle Tipps. Wenn nur der Flug nicht so lange wäre! Mach weiter so.
    Liebe Grüße

  • #4

    Birgit (Mittwoch, 11 Februar 2015)

    Sehr hilfreicher Bericht. Danke für die tollen Tipps und weiter so.

  • #5

    Petra (Donnerstag, 04 Mai 2017 03:10)

    Danke für diesen witzigen Bericht. Wir gehen nächstes Jahr Februar dorthin. Und Du wirst es nicht glauben, ich werde das selbe Erlebnis haben wie Du, allerdings im doppelten Alter.