Vegan Leben

Bild, vegan leben Erfahrungsbericht

Wie ist es eigentlich überwiegend vegan zu leben?

Eine Ernährungsumstellung gepaart mit einer Weltanschauung die sich um 180° gedreht hat, ist nicht immer leicht gewesen. Meine Gedanken und Erfahrungen während meines ersten Jahres teile ich mit Euch im folgenden Artikel.

-31 Tage: „Ich bewundere Menschen, die vegan Leben! Ich wünschte mir sehr, ich könnte das auch.. Aber ich kann das nicht, nie im Leben!!“

 

-1 Tag: „Ich glaube, ich probier das ganze mal für eine Woche aus und wenn ich nach einem Tag merke, dass es nicht geht, dann hör ich einfach wieder auf.“

 

Tag 0: „Nicht an Käse denken, bloß nicht an Käse denken“

 

Tag 7: „Was, schon eine Woche rum? Ich fass es nicht, wie einfach und vor allem lecker das war. Ich sollte weiter machen.“

 

Tag 31: „Uhtschakalaka! Mir geht's super, es läuft hervorragend! Die einzige Verzweiflung, die ich erfahren habe, plötzlich kein Mandelmus mehr im Haus haben! Ich habe eine Vielfalt neuer Produkte kennengelernt, ich weiß jetzt was Quinoa ist (und wie man es ausspricht) und wie man Tofu richtig zubereitet. Außerdem ist Attila Hildmann ein ziemlich cooler Typ!“

 

Die ersten Monate: „Ich bin vollkommen überzeugt und dankbar für all meine neuen Erkenntnisse. Mein Speiseplan ist abwechslungsreicher, bunter und leckerer als ich mir je erträumt habe. Ich habe viel gelesen und dazu gelernt und würde das alles gern mit meinem Mitmenschen teilen.

Doch warum hört mir keiner zu? Ich weine, ich schreie warum wollen die Leute nicht aufwachen und verstehen?

Jeder kennt das, man hat etwas Neues entdeckt, etwas erkannt und will sein Wissen verbreiten. Das ist die Phase während der man auf der einen Seite sehr glücklich über seine eigene Entwicklung ist und auf der anderen Seite auf Granit stößt. Der Mitteilungsdrang ist groß!

Die Dimension an Unverständlichkeit, die einem hier entgegengebracht wird, ist leider noch größer!

Es ist egal, wie oft und lange man erklärt, man redet gegen eine Wand. Dies ist vielleicht auch die härteste Zeit. Nicht weil man seinen Speiseplan radikal umgeworfen hat, nein, weil man sich überall behaupten muss. Es kommt einem verrückt vor, es ist doch eigentlich so offensichtlich, oder doch nicht?“

 

+ 6 Monate: „Nein es ist nichts offensichtlich! Selbst jetzt noch wird mir Hühnchen angeboten. Ich könnte doch sicher mal 'ne Ausnahme machen. Nein danke, ich bleibe beim Gemüse.

Gemüse: eine Vielfalt an Genuss, die ich lieben gelernt habe. Ich könnte mich in Zucchini wälzen und mich mit Paprika einreiben. Kochen macht mir jetzt Spaß und meine Künste finden selbst die eingefleischtesten Karnivoren lecker.

 

+ 1 Jahr: „Wow, schon ein Jahr vegan? Das kann doch gar nicht sein! Wie schnell die Zeit vergangen ist. Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Mir fehlt es an rein gar nichts. Nach dem ich die veganen Produkte gefunden habe, die mir am besten schmeckten, erfolgte sogar ein weiteres Umdenken.

Ich weiß jetzt, dass ich all die tierischen Produkte, die ich damals so liebte - wie Würstchen, Käse oder Schnitzel - auch in veganer Form bekomme, aber will sie gar nicht mehr.

 

Der Aspekt Gesundheit ist in den Vordergrund gerückt. Brauche ich ein veganes Schnitzel um glücklich zu sein? Nein! Auch von Attilas sehr leckerer aber doch sehr fettreicher Kost habe ich mich entfernt. Ich verabschiede mich immer mehr von verarbeiteten Produkten und achte stattdessen auf Bioqualität und Frische.

Und meine Mitmenschen? Ich bin überrascht, dass ich doch den ein oder anderen berührt habe. Viele meiner Freunde leben jetzt auch fleischlos oder sogar vegan.

 

Die meisten in meinem Umfeld akzeptieren meine Entscheidung, auch wenn ich ab und zu noch einen doofen Spruch zu hören bekomme. Aber egal, lass sie doch reden…"


Es war also nicht immer leicht, aber ganz bestimmt nicht weil mir die neue Ernährung schwer gefallen ist. Das war nämlich überraschend einfach!

Nein schwer war es, weil man so viele hässliche Seiten der Industrien und der Menschheit kennenlernt. Manches wünschte ich gar nicht zu wissen, weil es mein Herz bricht.

Umso glücklicher bin ich, nicht mehr Teil dieses wahnsinnigen Systems zu sein.

 

Was waren eure Erlebnisse? Hinterlasst mir einen Kommentar und erzählt mir von Euren Erfahrungen.

“Be the change that you wish to see in the world.”

 ― Mahatma Gandhi



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Kommentare: 1
  • #1

    Conny (Freitag, 03 April 2015 02:27)

    Danke für diesen tollen Artikel!