Vegan für Backpacker, wie man gesund reist.

Reisen und sich trotzdem gesund ernähren? Die meisten tun sich damit schwer, dabei ist es so einfach.
Ich habe letztes Jahr mit meinem Freund 5 Monate in einem kleinen Campervan gewohnt und ganz Neuseeland bereist.
Trotz begrenztem Platz habe ich mir jeden Morgen frische Smoothies gemixt und abends gab es eine vollwertige Speise. Nicht ein einziges Mal habe ich eine Fertigtüte oder Fastfood gekauft.
Vegan als Backpacker ist also gar nicht so schwer wie es sich anhört und bringt sogar einige Vorteile mit sich.

Gesunde und vegane Ernährung als Backpacker besonders wichtig!

Wenn man auf engsten Raum durch ein fremdes Land reist, wird das Immunsystem manchmal ziemlich hart strapaziert. Die Hygiene die man zu Hause gewöhnt ist, kann man nicht annähernd in einem kleinen Campervan (ohne Bad) umsetzten.
Eine gesunde Ernährung ist also besonders wichtig, um deinen Körper von innen zu stärken und sauber zu halten.

Als Backpacker ist man den unterschiedlichsten Wetterbedingungen ausgesetzt. So wanderten wir einmal 20km lang in eisigster Kälte, Regen und teilweisen Hagel durch einen Wald. Wer gesund und fit bleiben will, muss sich ausgewogen ernähren. Es gibt nichts blöderes, als in einem fremden Land krank zu sein (und das in einem engen Campervan)

Die Optimale Ernährung für Reisende (und nicht Reisende).

Ich weiß, man ist in einem fremden Land und der Supermarkt bietet plötzlich so viele neue, interessante Produkte an, dass man diese am liebsten alle ausprobieren möchte. Um seine Neugierde zu stillen, kann man das durchaus ab und zu tun. Dein Ernährungsgrundgerüst sollte aber bestehen bleiben und so ausgewogen und gesund wie möglich sein. Dann sind so ein paar „ungesunde Ausnahmen“ gar nicht so schlimm.

 

Dein Ernährungsgrundgerüst sollte in etwa so aussehen:

Unverarbeitete Lebensmittel

Achte auf frische und unverarbeitete Lebensmittel. Umso unverarbeiteterer, desto besser! Das kannst du ganz einfach herausfinden, in dem du auf die Zutatenliste schaust. Je weniger Wörter da stehen, die du nicht aussprechen kannst, desto besser.

Rohkost

Um deinen Körper fit zu halten, achte darauf viel Rohkost in die Ernährung mit einzubauen. Frisches Obst, viel Blattgrün, knackige Salate. Rohkost versorgt deinen Körper optimal mit vielen Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, fünf Mal am Tag frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Die meisten Menschen liegen mit ihrem tatsächlichen Verzehr weit unter dieser Empfehlung. Also mehr Rohkost auf den Tisch!

Kohlenhydrate!

Achte auf eine Kohlenhydratreiche Ernährung! Kohlenhydrate sind in unserer Gesellschaft unfairerweise verpönt. Im Moment steht sogar ein Kohlenhydratarmer Speiseplan ganz hoch in Kurs. Der Figur wegen, jaja… Was ist wenn ich dir jetzt sage, dass dies alles völliger Blödsinn ist?

 

Das Kohlenydrate dick machen, ist ein Mythos und ganz einfach falsch.

 

Es sind nicht die Kohlenhydrate die uns dick machen, sondern die fettigen Beilagen die meist dazu verzehrt werden (Käse auf Pizza, Sahnesoßen mit Nudeln etc.)


Kohlenhydrate sind der einzige direkte und sinnvoll verwertbare Energielieferant des Körpers. Sie liefern uns also die Energie, die wir für ein aktives Leben benötigen.

Auf Reisen sind wir daueraktiv. Meist jeden Tag für mehrere Stunden auf den Beinen. Sei also nett zu deinem Körper und liefere ihm das was er benötigt.

 

Eine gesunde Mahlzeit könnte zum Beispiel so aussehen: Eine große Portion Kartoffeln mit einer selbstgemachten Gemüse-Tomatensoße (fettfrei) dazu ein leckerer Beilagensalat.

Et voilà dein Körper wird dir danken.

Umsetzung. Wie geht das jetzt genau? Vegan und gesund für Backpacker:

„Das hört sich ja alles schön und gut an, aber wie soll ich das bitteschön umsetzten?“
Das ist gar nicht so schwer. Für unseren morgendlichen Smoothie hatten wir zB immer 2 Kisten Bananen mit in unserem Campervan. Bananen sind ein toller Kickstart in den Tag. Vollgepackt mit Vitaminen, dienen diese Kohlenhydratlieferanten als ein ultimatives Powerfrühstück.

 

Ja… 2 Kisten Bananen. Eine Kiste mit Bananen, die noch reifen musste und die andere, von der mein Freund und ich uns jeden Tag versorgt haben. (Achte darauf, dass Bananen viele schwarze Punkte haben, erst dann sind sie reif und haben alle wertvollen Inhaltsstoffe entwickelt.)

Vor der Reise haben wir uns einen kleinen Handmixer gekauft, mit dem man wunderbare Smoothies zubereiten kann, selbst im Auto. Dazu benötigt man nur einen kleinen Stromadapter den man in den Zigarettenanzünder steckt. Dieser fungiert dann als Steckdose und euch steht einem gesunden Frühstück nichts mehr im Wege.

 

Um einen grünen Smoothie daraus zu machen, kann man sich im Supermarkt frischen Spinat oder anderes Blattgrün kaufen und mit hinein schmeißen. (Ihr werdet das Grün nicht schmecken, versprochen. Macht das Frühstück aber gleich doppelt so nährreich)

Während sich unsere Backpacker Kammeraden langweilige Müslis in die Schüsseln schütteten, ernteten wir immer ganz neidische Blicke.

Weiterer Bonus: Du braucht keinen Kaffee mehr und kannst dir das nervige Wasser heiß machen am Morgen sparen. Smoothies liefern dir so viel Energie, dass selbst der größte Kaffeejunkie kein Verlangen mehr auf seine tägliche Dosis hat.

 

Frühstück ist also schon mal abgedeckt. Der Rest ist reine Gewöhnungssache.

Du hast jetzt alle Zeit der Welt und kannst dir ruhig ein wenig davon abzwacken, um dir ein vollwertiges Mittag- oder Abendessen zu kochen.

Eine Ausrede gibt es also nicht.


Gemüse und Salat kannst du dir täglich frisch vom Supermarkt holen und wenn keiner in der Nähe ist, einfach in deinem Campervan lagern. Genauso wie Reis, Kartoffeln und Nudeln.

So schnell wird das nicht schlecht, auch wenn du keinen Kühlschrank hast.

Da kommen wir gleich auf einen weiteren Vorteil vegan zu reisen. Du benötigst kein Kühlsystem um Käse, Milch und Fleisch frisch zu halten.
Vegan ist also auch richtig praktisch für Backpacker.


Rezept

Reis-Gemüse-Pfanne für 2 Personen

(vegan, Backpacker freundlich, gesund, high carb, low fat, cholesterinfrei, salzfrei, ölfrei, glutenfrei.)

  • So viel Reis wie du hungrig bist in einem Topf kochen.
  • Währenddessen 2 Zucchini, 2 Karotten und einen Brokkoli klein schneiden.
  • Gemüse mit ein bisschen Wasser in einer Pfanne garen. (es benötigt kein Öl)
  • Ganze Tomaten aus der Dose hinzugeben.
  • Alles zusammen aufkochen lassen.
  • Mit Pfeffer, Paprika, Oregano, Curry, Thumerik und ein bisschen Kümmel würzen. (je nach Gewürzvorlieben)
  • 6 große Salatblätter waschen.
  • 1 Zitrone aufschneiden.
  • Wenn alles fertig gekocht ist und das Gemüse gar ist, alles zusammen vermengen.
  • Zitrone drüber träufeln.
  • Mit den Salatblättern kleine Reisschiffchen bauen.

Fertig!

 

Tipp 1: Lecker ist es auch, wenn man frischen Basilikum und Petersilie drüber streut.
Tipp 2: Das Gemüse harmoniert auch wunderbar mit Nudeln und Kartoffeln.


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Kommentare: 8
  • #1

    Tina (Samstag, 11 April 2015 05:51)

    Hallo Desi,

    habe gerade deinen Artikel gelesen, finde aber die Überschrift irreführend, denn backpacker wird eigentlich für Rucksacktourismus verwandt, und in dem Falle wäre das mit der veganen Ernährung echt interessant gewesen (und auch der einzige Grund, warum ich den post angeklickt hatte). In einem Van ist sowas ja nicht wirklich schwer, das habe ich auch schon gemacht ...

    vg
    Tina

  • #2

    Tasty Travelworld (Samstag, 11 April 2015)

    Hallo Tina,
    in Australien und Neuseeland wird unter dem typischen "Work and Travel" Programm alles umgangssprachlich als backpacking bezeichnet.
    Schade das ich dir hierbei nicht weiter helfen konnte.
    Kleiner Tipp für Deinen Rucksack: Datteln!
    Tolle Energielieferanten und gut zu transportieren ;-)

    Desi

  • #3

    Kilian (Freitag, 17 April 2015 09:21)

    Hallo Desi,
    mich würde mal interessieren, um was für ein Auto es sich bei dem Van handelt... ist das ein Mietwagen (gibt ja sicher so Wohnmobil-Verleih), habt Ihr den selbst ausgestattet oder wie seid Ihr zu dem gekommen?
    Ist es gemütlich und kann man da gut (sogar zu zweit?) drin schlafen?
    Viele Grüße
    Kilian

  • #4

    Tasty Travelworld (Freitag, 17 April 2015 09:31)

    Hallo Kilian,
    danke für Deine Nachricht. Bei dem Auto handelt sich um einen Toyota Lucida. Den haben wir gekauft (ist günstiger als ein Leihwagen wenn du für mehrere Wochen reist, da Du das Auto am Schluss wieder verkaufst)
    Unser Van war teilweise ausgestattet, alles was gefehlt hat, besorgten wir unkompliziert in einem der vielen Camping Läden (Gas Kocher etc) für Schnäppchen kannst Du auch im Warehouse gucken. Die meistens Vans werden aber voll ausgestattet zum Verkauf angeboten ;-)
    In diesen Vans kannst du unglaublich bequem zu zweit Reisen. Das Queensize Bett ist auf jeden Fall groß genug und zudem auch noch sehr gemütlich.
    Lese dir auch meinen Artikel über die Vorteile des Reisens im Campervan durch.

    Sonnige Grüße
    Desi

  • #5

    Mira (Montag, 04 Mai 2015 00:00)

    Hey.
    Habe eben deinen Artikel gelesen und freue mich, dass es Leute gibt, die sich die Mühe machen und ihre Erlebnisse und Tips veröffentlichen. Danke :)

    Allerdings hab ich eine Frage. GELD !

    Ich bin inzwischen seit 4 Moanten auf meiner Reise, und habe noch einiges vor. Ich bin mit etwas Geld los, dass sich aber extrem verdünnisiert hat in den ersten drei Monaten in Australien. Momentan arbeite ich um mein Budget wieder aufzupolstern. Sprich, man kann sich gut während dem reisen finanzieren.
    Aber trotz allem, frag ich mich, wie man es sich leisten kann, allein zwei Ksiten Bananen regelmäßig zu kaufen. Reis und Nudeln - kein Thema. Aber grad die ganzen frischen Sachen, wie Zucchini, Brokkoli, Auberginen etc. sind zumindest in OZ schweine teuer. Ich habe mich in Deutschland immer ausgewogen ernährt und auf faire Produkte geachtet. Und selbst Zuhause ist das ein ticken teurer.
    Einfach ja - aber teuer !
    Um auf den Punkt zu kommen, raff ichs nicht, oder hast du einfach etwas mehr Geld zur Verfügung ?
    Ich weiß, dass is so ne Sache mit dem Fragen wie viel Geld man hat, aber Bitte erklär mir wie du das finanziert hast !
    Ich merke nämlich schon, wie mich die Ernährung hier runterzieht.

    Und Danke für diesen netten Blog :)
    Alles Liebe
    Mira

  • #6

    Tasty Travelworld (Montag, 04 Mai 2015 12:37)

    Hi Mira, deine Frage ist vollkommen berechtigt. Ich habe 1Jahr in Neuseeland gearbeitet und für die Reise gespart. Zusätzlich bin ich in einem Campervan gereist, was auch sehr günstig ist. All das hat weniger gekostet als man sich vorstellen kann und durch das Ersparte war es dann auch kein Problem mehr auch etwas qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen. Das war mir auch immer sehr viel Wert.
    Die 2 Kisten waren ja auch nicht für mich allein. Wenn man sich das alles mit dem Partner, Freundin oder Travel Mate teilt kann man auch viel sparen.
    Also du merkst, die Kombination macht's :-)
    Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
    Ganz liebe Grüße
    Desi

  • #7

    Julian (Montag, 27 Februar 2017 01:47)

    Der Smoothie hört sich sehr gut an. Wir haben immer Pancakes gemacht und dafür auch immer neidische Blicke bekommen =P Ich werde demnächst mal das Smoothie Rezept ausprobiern =)

  • #8

    Desi (Montag, 27 Februar 2017 01:53)

    Hmmm Pancakes sind natürlich auch super :) Lass es Dir schmecken
    LG Desi