8 Angewohnheiten die ich in Deutschland verloren habe

...nach dem ich von einer Langzeitreise zurück kam.

In Flip Flops leben

Ach was liebe ich meine Flip Flops. Lange Zeit waren wir unzertrennlich, nun erinnert nur noch ein Sonnenabdruck, auf meinem Fußrücken, an unsere gemeinsame Zeit.

Während meiner Reisen bin eine wahrhaftige Flip Flop Meisterin geworden. Die schwierigsten Wanderungen, rutschigsten Wege und steinigsten Pfade meistere ich mit links. Wanderschuhe? Aaach, das ist was für Anfänger. Leichtfüßig tanzte ich mit meinen Flip Flops über Vulkangesteine.

Allen Menschen auf der Straße grüßen

Wie euphorisch man doch ist, wenn man frisch nach Deutschland zurück kommt. Die ausländische Freundlichkeit die man sich auf Reisen angewöhnt hat, prallt aber hier schnell auf die typisch deutsche „jeder für sich“ Mentalität. Wenn ich hier meinem Gegenüber zulächeln möchte, guckt dieser auf den Boden und lässt erst gar keinen Augenkontakt zu. Und wenn ich grüße, kommt fast ein stirnrunzelndes: „Woher kenne ich sie nochmal?“ zurück.

Wochenendpläne mit der Kassiererin besprechen

Ach was waren das noch für Zeiten, in denen man sich mit völlig fremden über Gott und die Welt unterhielt. Anfangs muss man sich als Deutscher schon noch daran gewöhnen, aber schon bald besprach man mit dem Kassierer die Wochenendpläne und führte anregende Unterhaltungen mit einem Mitmenschen im Fahrstuhl (ja, halt dich fest, sogar im Fahrstuhl!!) Zurück in Deutschland? Pustekuchen. Hier will kein Mensch was von Dir wissen.

Alles mit Kreditkarte bezahlen

Oh, oh, oh, wehe dem ich habe kein Bargeld in Deutschland dabei und muss meine 1,05€ bei Rewe mit der Kreditkarte zahlen. Wenn Blicke töten könnten…

In einigen Geschäften kann man hier sogar erst ab einem Mindestbetrag mit der Karte zahlen, dabei hat man sich doch gerade erst so schön an die bargeldlose Zeit gewöhnt. Manno.

Sonntags einkaufen gehen

Noch schnell eine Mandelmilch kaufen gehen (ist ja ruck zuck erledigt) denkt man sich, bevor man vor verschlossenen Türen steht. Das man plötzlich nicht mehr sonntags einkaufen gehen kann, ist eine große Umgewöhnung.

Sich nicht um den Wochentag scheren

Ob Montag, Mittwoch oder Sonntag, ganz egal, auf Reisen kümmern einen Wochentage herzlich wenig. Man lebt völlig zeitlos einfach in den Tag hinein. Die innere Uhr machts schon.

Sobald man in Deutschland ist, beginnen aber wieder die Verpflichtungen, man hat Termine (uhu!) und muss plötzlich wissen was man für einen Wochentag hat und sogar wie viel Uhr! Ekelhaft!

Sich darüber Gedanken machen wo man am nächsten Tag schläft

Man, war das immer aufregend. Ganz alltägliche Dinge sind auf Reisen was ganz besonders wichtiges und werden einem nicht in den Schoß gelegt. Wo schlägt man heute Nacht sein Zelt auf? Was Spannenderes gibt es gar nicht.

Zurück in Deutschland musst du dir darüber jedenfalls keine Gedanken mehr machen. Deine Wohnung ist nun nicht mehr auf 4 Rädern, nein, sie besitzt sogar eine ganz hoch offizielle Hausnummer!

Nur 4 Outfits zur Auswahl haben

War das einfach morgens! Man musste sich niemals Gedanken machen, was man anziehen soll, es ist eh immer das Selbe! Zurück in Deutschland bin ich allerdings ziemlich überfordert. Mit der Menge an Klamotten kann ich gar nicht mehr umgehen. Ich betrete nun einen Kleiderschrank anstatt aus einem kleinen Koffer zu leben. Ganz schöne Umgewöhnung!


Was musstet ihr euch abgewöhnen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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Kommentare: 11
  • #1

    Motte (Sonntag, 03 Mai 2015)

    oooh ja, da kann ich nur in allen Punkten zustimmen. Schlimm finde ich das! Wie mich die Kassiererin beim Bäcker angeguckt hat als ich mit Karte zahlen wollte... haha schön wärs!
    x Motte
    http://mottesblog.blogspot.de/

  • #2

    Sandra (Sonntag, 03 Mai 2015 13:50)

    Noch bin ich auf Reisen aber bald gehts nach Hause. Puuhh da kann ich mich ja auf was einstellen ;D

  • #3

    Ulli (Sonntag, 03 Mai 2015 15:11)

    Den ganzen Tag mit Flip-Flops laufen, oder auch ohne, das fehlt mir hier in Deutschland.

  • #4

    Merlin (Montag, 04 Mai 2015 02:22)

    Ich musste mich beim Autofahren erst mal ans Blinken gewöhnen. Die ersten 3 Wochen bin ich mit Scheibenwischer an um die Kurven gefahren :D

  • #5

    Sabrina (Montag, 04 Mai 2015 04:37)

    Wie wahr, wie wahr!
    Gerade das mit den Flip Flops und sonntags einkaufen gehen vermisse ich!
    Aber andererseits finde ich es schön, doch etwas mehr Kleidung zu haben und mich auch nicht (immer) fragen zu müssen, wo ich diese Nacht unterkomme. Man gewöhnt sich ja doch wieder schnell an alles, unabhängig davon ob es gefällt.

    LG :)

  • #6

    Janine (Montag, 04 Mai 2015 07:45)

    Genau das ist mir auch aufgefallen, als ich nach fast einem Jahr für 1 Woche in Deutschland war. Insbesondere die Unhöflichkeit und die genervten Blicke, die man sich gern untereinander zuwirft, wenn mal wer vor einem länger braucht. Und was Kreditkarte angeht bin ich mittlerweile aus Norwegen auch sehr verwöhnt. Hier kann man z.t. sogar Toiletten am Bahnhof, Parkautomaten oder Colaautomaten mit Karte zahlen. Und insbesondere bei Toiletten finde ich es unmöglich, wenn man 70Cent nur passend bezahlen kann.

  • #7

    Tasty Travelworld (Montag, 04 Mai 2015 12:40)

    Danke für Eure tollen Kommentare! Ich bin froh das es auch so vielen anderen sehr ähnlich ergeht :-))))

    Eure Desi

  • #8

    Sascha Roterberg (Freitag, 08 Mai 2015 10:54)

    Toller Bericht, dem ich fast zu 100% zustimmen kann! Warum nur fast zu 100%????

    Ganz einfach, ich mag und trage keine FlipFlops :-D

    Liebe Grüße,
    Sascha

  • #9

    Tasty Travelworld (Freitag, 08 Mai 2015 15:01)

    Hi Sascha, den Begriff Flip Flop könnte man auch mit barfuß ersetzten :D

  • #10

    Steffi (Samstag, 09 Mai 2015 00:13)

    Hihi, das kenne ich zu gut und geht mir selbst nach einem dreiwöchigen Urlaub schon son. Vor allem, derPart mit den Outfits ist soooonwahr. Man sagt immer, der Mensch sei ein Gewohnheitsstier, aber positive Umgewöhnungen gehen so schnell und schmerzen um so mehr, wenn wir sie wieder aufgeben müssen. Ich reise mit Kind und könnte auf jeden Fall nochmal das thema Kinderfreundlichkeit hinzufügen, denn Deutschland ist einfach nicht für Kinder gemacht. Das merken wir oft schon auf dem Rückflug. Ab Oktober geht es für uns dann auf eine Weltreise für unbestimmte Zeit.
    Toller Artikel
    Lieben Gruß Steffi

  • #11

    Sonja (Samstag, 17 Oktober 2015 14:26)

    Das mit der Freundlichkeit bzw. Unfreundlichkeit in Deutschland ist mir am meisten aufgefallen, als ich aus Australien zurückkam. Da ist man ganz beflügelt von der vergangenen Zeit in der alle nett zu einander sind und zack wird man wieder in die Realität zurück katapultiert, wenn die Kassiererin auf einmal nur noch ein mürrisches "Hallo" über die Lippen bringt... :-/

    Grüße aus NYC,

    Sonja von <a href="http://www.jointhesunnyside.de">Sunny Side Up</a>